Bedauern

Bedauern, Reue und Stoizismus (#108)

Bedauern – urmenschlich, aber zielführend?

Bedauern kennt jeder, wie gehen wir stoisch damit um? Bedauern oder Reue sind zutuefst menschliche Gefühlsregungen, die unsere eigene Vergangenheit betreffen. Danke Cornelius, für die Hörerfrage, die diesem Podcast zugrunde liegt. Die Reue darüber, irgendetwas in der Vergagenheit getan – oder eben auch nicht getan – zu haben, kann nicht nur viel Lebenszeit stehlen, sie kann auch belastend, also negativ sein. Was können wir lernen, wenn wir uns anschauen, wie im Stoizismus mit diesem Thema umgegangen wird?

Stoiker und die Zeit

Stoiker und Stoikerinnen hatten schon immer eine sehr klare Vorstellung davon, wie wir Zeit beurteilen sollten. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – was ist wichtig?

Bedauern und die Dichotomie der Kontrolle

Bedauern ist eine geistige Aktivität, die sich mit der Vergangenheit beschäftigt. Das Problem: die Vergangenheit ist unwiederbringlich vorüber, sie „ist“ wortwörtlich nicht mehr, nur noch als – richtige oder fehlerhafte – Erinnerung in unserem Bewusstsein. Was aber gar nicht mehr vorhanden ist, lässt sich natürlich auch nicht mehr ändern. Wir haben also keinerlei Kontrolle über die Vergangenheit – damit ist der stoische Standpunkt klar: es macht keinen Sinn, sich mit ihr zu beschäftigen.

Eine Ausnahme gibt es …

Natürlich gilt wie immer, keine Regel ohne Ausnahme: wenn wir aus der Beschäftigung mit der Vergangenheit etwas Wichtiges lernen können, macht ihre Betrachtung durchaus Sinn. Aber nur dann und vor allem, nur so lange. Sobald das zu Lernende gelernt ist, sollten wir Vergangenheit endgültig ruhen lassen und uns auf die Gegenwart konzentrieren, den einzigen Zeitbereich, den wir (teilweise) konrtrollieren können.

Reueloser Support

Jeden Freitag Abend um 19 Uhr gibt es neue stoische Themen im Stoizismus-Podcast DER WILDE STOIKER. Falls dir gefällt, was ich tue, kannst du mich hier unterstützen.

Das DER WILDE STOIKER Buch

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