Beleidigungen

Beleidigungen stoisch begegnen (#114)

Beleidigungen, die uns im Kern treffen

Beleidigungen müssen wir alle irgendwann einmal ertragen. Fast jeder Mensch (oder jeder?) hat einen oder mehrere empfindliche Punkte. Es gibt bei uns allen Dinge, auf die wir sehr empfindlich reagieren. Diese Dinge können körperlicher Natur sein, etwa eine Behinderung, unsere Körpergröße oder das Maß unserer Geschlechtsteile und -merkmale, oder geistigen Ursprung haben, zum Beispiel, wenn wir auf bestimmte Themen besonders empfindlich reagieren. Diese Themen können sich auf Dinge beziehen, die wir ändern können, und auf Dinge, bei denen wir machtlos sind. Sind wir übergewichtig, können wir abnehmen, aber an unserer Größe können wir nichts ändern. Fehlt uns ein Arm, fehlt er uns, was sollen wir machen? Je nachdem, ob es Beleidigungen – oder einfach Aussagen, die wir ganz persönlich als Beleidigung auffassen – auf änderbare oder nicht-änderbare Dinge abzielen, reagieren wir anders.

Beleidigungen treffen, weil wir sie lassen

Beleidigungen, die uns richtig weh tun, können das aus stoischer Sicht nur, weil wir sie lassen. Im Grunde genommen kann uns natürlich kein andere Mensch zwingen, uns zu ärgern oder traurig zu sein. Aber natürlich gibt es wirklich unangenehme Mitmenschen, die die „Welt einfach nur brennen sehen wollen“ (Butler Alfred zu Batman) und auch die Menschliebe der Stoiker hat in der Praxis ihre Grenzen. Wie können und sollten wir nun reagieren? Was ist angemessen, was hilfreich?

Menschen, die uns beleidigen, aus unserem Leben entfernen

Wenn Menschen und nicht zufällig kränken, sondern absichtlich beleidigen, kann es Sinn machen, sich von diesem leuten in Zukunft fernzuhalten. Das ist meistens ziemlich einfach, außer im Berufsleben, aber auch hier sind wir nicht völlig machtlos.

Know thyself – erkenne dich selbst

Auch bei Beleidigungen von außen gilt im Stoizismus natürlich: erkenne dich selbst. Das muss nicht immer angenehm sein. Wir alle haben unangenehme Seiten und echte Schwächen, wer möchte schon gerne daran erinnert werden? Hoffentlich wir, denn wir sind stark genug, die Wahrheit zu erkennen, anzunehmen und uns dann ab sofort entsprechend zu verhalten. Eine scheinbare Beleidigung muss keine gewesen sein, den meisten Menschen sind wir relativ egal. Es lohnt sich zu fragen: sind wir vielleicht zu empfindlich? Wittern wir Böses, wo in Wahrheit einfach Gleichgültigkeit regiert? Sind wir zu Mimose mutiert, weil wir uns die falschen geschichten über uns selbst erzählen? Was können wir tun?

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